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mifem e.V. Migrantische Frauenemanzipation
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mifem e.V. · Kassel

Über uns

Wer wir sind, woher wir kommen und wofür wir uns einsetzen.

Fünf Aktive von mifem e.V. bei der Eröffnungsveranstaltung
Wer sind wir?

Ein Ort, an dem Frauen zusammenkommen

Migrantische Frauenemanzipation e.V. (mifem) ist ein gemeinnütziger Frauenverein in Kassel, in dem Frauen* mit unterschiedlichen Migrationsgeschichten zusammenkommen. Der Verein setzt sich für Geschlechtergerechtigkeit, Solidarität und gesellschaftliche Teilhabe ein und möchte einen Beitrag zu Bildung, Wissenschaft und Forschung leisten.

Durch Workshops, thematische Programme und Veranstaltungen unterstützt mifem die Stärkung von Frauen und anderen benachteiligten Gruppen sowie deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Der Verein setzt sich gegen Diskriminierung, Rassismus und Sexismus ein und möchte interkulturellen Austausch, Demokratie und ein friedliches Zusammenleben stärken.

Gegründet
1986
Neu gegründet
2026
Sitz
Kassel
Rechtsform
e.V. (eingetragener Verein)
Frauen von mifem e.V. beim gemeinsamen Frühstück an einem langen Tisch
Geschichte

Ein Verein, der mit 40 Jahren neu geboren wurde

„Wir führen die vor 40 Jahren begonnene Geschichte gemeinsam mit den Bedürfnissen von heute und den Möglichkeiten von morgen weiter.“
  1. seit 1960die lange Linie

    Die Geschichte des Vereins ist Teil der langen und bis heute andauernden Migrationsgeschichte zwischen der Türkei und Deutschland. Sie ist geprägt von den sich im Laufe der Zeit verändernden Lebenssituationen, Bedürfnissen und Erfahrungen von Frauen und anderen vulnerablen Gruppen sowie von ihren Formen des Zusammenkommens und der Selbstorganisation.

    Die Migration aus der Türkei nach Deutschland hat sich seit der in den 1960er-Jahren begonnenen Arbeitsmigration über verschiedene Phasen hinweg entwickelt und weiter ausdifferenziert. Gleichzeitig bestehen auch weiterhin Herausforderungen, die zu den sichtbarsten Folgen der Migration gehören und sich im Alltag zeigen – etwa Sprachbarrieren, erschwerte Zugänge zu Bildungs- und beruflichen Möglichkeiten sowie Konflikte zwischen den Generationen. Neben Schwierigkeiten beim Zugang zu Institutionen und Informationen im Alltag zählen auch soziale Isolation und eine eingeschränkte Teilhabe am öffentlichen Leben zu den wichtigen Herausforderungen, mit denen Frauen und benachteiligte Gruppen konfrontiert sind.

  2. 1986Gründung

    Gründung als Türk Kadınlar Birliği e.V.

    HNA-Artikel von 1986: Hilfe zum Leben in fremder Kultur
    HNA, 1986 – „Hilfe zum Leben in fremder Kultur“

    Türk Kadınlar Birliği e.V.

    Der in den 1980er-Jahren als Antwort auf diese Bedürfnisse gegründete Türk Kadınlar Birliği e.V. (TKB) – heute mifem – wurde 1986 in Kassel gegründet und gehörte zu den ersten Migrantinnenvereinen in Deutschland, deren Vorstand vollständig aus Frauen mit Migrationsgeschichte bestand.

    TKB unterstützte Frauen, durch soziale und kulturelle Aktivitäten, Solidarität und den Austausch von Wissen zusammenzukommen und soziale Netzwerke aufzubauen. Über viele Jahre war der Verein für zahlreiche junge Frauen und Mädchen ein sicherer Ort der Begegnung und Zugehörigkeit, gewissermaßen ein zweites Zuhause. Gleichzeitig trug er zur öffentlichen Sichtbarkeit von Migrantinnen sowie zu ihrer beruflichen und gesellschaftlichen Teilhabe bei.

  3. 198624.–26. Sept.

    Bundesweite Fachtagung im Schloss Höhnscheid

    „Identitäts- und Rollenkonflikte junger Türkinnen – Ein Balanceakt zwischen zwei Kulturen“: eine Veranstaltung der Stadt Kassel in Zusammenarbeit mit dem Türkischen Frauenverein.

    Titelblatt der Tagungsunterlagen von 1986
  4. 1986Oktober

    Das Beratungszentrum eröffnet

    Zwei Frauen bei der Eröffnung des Beratungszentrums 1986

    Neben sozialen und kulturellen Aktivitäten reagierte TKB auch auf den Bedarf an professioneller Unterstützung und Beratung bei Problemen, mit denen Migrantinnen und ihre Familien im Alltag konfrontiert waren. Zu diesem Zweck wurde 1986 innerhalb des Vereins das Beratungszentrum für türkische Mädchen, Frauen und Familien eingerichtet. Die Beratungsstelle bot Unterstützung und Beratung zu verschiedenen Themen an, darunter Bildung von Kindern und Jugendlichen, Generationenkonflikte, familiäre Angelegenheiten, kulturelle Unterschiede, Trennung und Scheidung, häusliche Gewalt, psychische und psychosomatische Erkrankungen sowie Zwangsheirat. Dieses Beratungsangebot besteht heute weiterhin unter dem Dach der VIVA-Stiftung.

  5. 1991

    Internationaler Frauentag im Anna-Frank-Haus

    Der Verein ist zur festen Größe im Kasseler Stadtleben geworden. Im selben Jahr wird das Beratungszentrum fünf Jahre alt.

    Tanzender Kreis beim Internationalen Frauentag 1991
  6. 1996

    Zehn Jahre Beratungszentrum

    Gefeiert wird mit einer Wandzeitung, die die ganze Arbeit auf einen Blick zeigt: Frauentreff, Mädchengruppen, Deutschkurse, Sport, Foto- und Nähkurse.

    Rednerin beim zehnjährigen Jubiläum des Beratungszentrums
  7. 2003März

    Projekt „Jugendarbeitslosigkeit“

    Begleitung, Betreuung und Unterstützung junger Migrant*innen bei der Suche nach einem Ausbildungs- und Arbeitsplatz.

  8. 2010

    Eigene Räume im Stadtteil

    Beratung, Hilfe und Projekte finden ihren Platz mitten in Kassel – der Verein lädt ein.

    HNA-Artikel von 2010: Türkische Frauen laden ein
    HNA, 22. Mai 2010 – „Türkische Frauen laden ein“
  9. 2012November

    Ausstellung „Leinen und Seide“

    Bis März 2013 zeigt die Ausstellung Traditionen der Textilverarbeitung in Hessen und in der türkischen Region Bursa – mit einem zweisprachigen Katalog.

    Frauen in traditionellen Textilien bei der Ausstellung „Leinen und Seide“
  10. seit 2013neue Migration

    Neue Migration, ein neues Kapitel

    Die Dynamiken der Migration zwischen der Türkei und Deutschland haben sich im Laufe der Zeit verändert und verändern sich weiterhin. In diesem Zusammenhang verstehen wir unter „neuer Migration“ die neue Generation von Migrantinnen, die seit 2013 aufgrund des politischen Drucks in der Türkei und weiteren Gründen – insbesondere aus wirtschaftlichen, bildungsbezogenen und beruflichen Gründen – nach Deutschland gekommen ist. Eine der prägendsten Eigenschaften dieser Generationen sind die neuen Formen gesellschaftlicher Beziehungen, die Frauen mit unterschiedlichen Bildungs-, Berufs- und Lebenserfahrungen durch ihr Zusammenkommen entwickeln.

    Die Begegnungen und Kontakte der neu nach Kassel gekommenen Frauen untereinander sowie mit Frauen aus früheren Generationen haben den Bedarf an einem Frauenverein, in dem Erfahrungen ausgetauscht, Probleme besprochen sowie Wissen und Potenziale gemeinsam weiterentwickelt werden können, erneut sichtbar gemacht. Die Geschichte von mifem begann mit diesem Bedürfnis und mit dem Zusammenkommen von neuen Migrantinnen mit ehemaligen Mitgliedern und Gründerinnen von TKB.

  11. ab 2019

    Eine Ruhephase

    Ab 2019 trat TKB in eine Phase ein, in welcher der Verein seine Aktivitäten vorübergehend einstellte. Die über rund 40 Jahre gewachsene Erfahrung, das Wissen und die zwischen Frauen entstandenen Verbindungen bildeten jedoch eine wichtige Grundlage dafür, dieses Erbe in ein neues Kapitel zu überführen.

  12. 202420. April

    Das erste Treffen der alten und neuen Generationen

    Treffen der alten und neuen Generationen, April 2024

    Im Rahmen des 2024 begonnenen Neustrukturierungsprozesses entstand das Ziel, die Erfahrungen und das Wissen früherer Generationen mit den unterschiedlichen Erfahrungen, Kompetenzen und der Dynamik der neuen Generation zu verbinden. Dabei sollte das historische Erbe von TKB bewahrt und der Verein zugleich entsprechend den heutigen Bedürfnissen und den sich verändernden Migrationserfahrungen neu ausgerichtet werden.

  13. 202617. April

    Neustart als Migrantische Frauenemanzipation e.V.

    Voller Saal bei der Eröffnungsveranstaltung im April 2026

    Nach einem zweijährigen rechtlichen und bürokratischen Prozess nahm der Verein im Januar 2026 unter dem Namen Migrantische Frauenemanzipation e.V. (mifem) seine Aktivitäten wieder auf. Wie bereits in der Vergangenheit versteht sich mifem weiterhin als ein Ort, an dem Frauen zusammenkommen, Solidarität entwickeln und Wissen austauschen können. Gleichzeitig richtet sich die Arbeit heute nicht mehr ausschließlich an Frauen türkischer Herkunft. mifem steht Frauen mit unterschiedlichen Migrationsgeschichten und benachteiligten Gruppen offen und arbeitet mit einer interkulturellen und intersektionalen Perspektive.

    Aktive von mifem e.V. auf der Treppenstraße in Kassel
    Der Verein heute – in der Treppenstraße in Kassel

Das ganze Archiv 1986–2013 ansehen

Unsere Ziele

Wofür wir uns einsetzen

mifem möchte dazu beitragen, dass Frauen und andere Gruppen, die aus unterschiedlichen Gründen benachteiligt sind, gleiche Rechte wahrnehmen, am gesellschaftlichen Leben teilhaben und über ihr eigenes Leben bestimmen können. In diesem Sinne verfolgt der Verein insbesondere folgende Ziele:

  1. Geschlechtergerechtigkeit fördern und die gleichberechtigte und aktive gesellschaftliche Teilhabe von Frauen und vulnerablen Gruppen stärken.
  2. Die Rechte und gesellschaftliche Teilhabe von Migrantinnen und Frauen mit Migrationsgeschichte, Kindern, Jugendlichen, älteren Menschen und vulnerablen Gruppen stärken; insbesondere Aktivitäten für Gruppen entwickeln, die von Diskriminierung oder Benachteiligung betroffen sind.
  3. Wissenschaft und Forschung unterstützen und in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Organisationen zu wissenschaftlichen Projekten, Forschungsvorhaben und Bildungsinitiativen beitragen.
  4. Bildung und berufliche Entwicklung unterstützen und insbesondere dazu beitragen, Chancen in den Bereichen Bildung, berufliche Bildung und studentische Förderung zu stärken.
  5. Interkulturelle und intergenerationale Entwicklung und Austausch stärken und durch Bildung, Gesundheit, Kultur und Sport zu gegenseitigem Verständnis und Austausch zwischen verschiedenen Generationen und Kulturen beitragen.
  6. Gegen Diskriminierung, Rassismus, Sexismus, Homophobie, Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und Ausbeutung arbeiten und dazu beitragen, Demokratie, Gleichheit, Toleranz, ein friedliches Zusammenleben und Meinungsfreiheit zu stärken.
  7. Die Unterstützung von Menschen fördern, die aus politischen, rassistischen, klassenspezifischen oder religiösen Gründen verfolgt werden. Wir fördern zudem die Unterstützung von Geflüchteten sowie von Menschen, die aufgrund ihrer Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung Diskriminierung erfahren.
Arbeitsweise

Mit wem, in welchen Bereichen und wie arbeiten wir?

mifem arbeitet mit Frauen sowie Kindern, Jugendlichen, älteren Menschen und vulnerablen Gruppen, insbesondere mit Personen und Gruppen, die aufgrund ihrer Migrationsgeschichte oder ihrer sexuellen Identität von Diskriminierung oder Benachteiligung betroffen sind. Darüber hinaus arbeitet der Verein mit wissenschaftlichen Einrichtungen, anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen und lokalen Akteur*innen zusammen.

Ihre Ziele setzt mifem durch Projekte, Workshops, Veranstaltungen, thematische Programme, Kooperationen, ehrenamtliches Engagement und Solidarität um. Unsere Arbeit konzentriert sich insbesondere auf nachfolgende Bereiche.

Stärkung und gesellschaftliche Teilhabe

Aktivitäten, die Frauen, Kinder, Jugendliche, ältere Menschen und vulnerable Gruppen dabei unterstützen, sich auszudrücken, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln und eine aktive Rolle im gesellschaftlichen Leben einzunehmen.

Unterstützung von Wissenschaft und Forschung

Beitrag zu Forschungsprojekten, wissenschaftlichen Arbeiten und Bildungsinitiativen in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Organisationen.

Bildung und berufliche Entwicklung

Unterstützung von Initiativen in den Bereichen Bildung, berufliche Bildung und studentische Förderung.

Interkultureller und intergenerationaler Austausch

Stärkung des Austauschs und des Zusammenlebens zwischen verschiedenen Kulturen und Generationen durch Bildungs-, Gesundheits-, Kultur-, Kunst- und Sportangebote.

Gleichheit und Abbau von Diskriminierung

Arbeit gegen Rassismus, Sexismus, Homophobie, Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und andere Formen von Diskriminierung sowie Aktivitäten zur Förderung von Demokratie, Gleichheit, Toleranz und Meinungsfreiheit.

Austausch von Wissen und Erfahrungen

Weitergabe des im Rahmen der Vereinsarbeit gewonnenen Wissens und der gesammelten Erfahrungen an die interessierte Öffentlichkeit durch Veranstaltungen, Workshops und Ausstellungen.

Vorstand

Wer den Verein trägt

Der 2024 gewählte neue Vorstand von mifem vereint unterschiedliche Migrationsgeschichten, akademische Expertise und praktische Erfahrungen aus dem sozialen Bereich. Die Vorstandsmitglieder bringen ihre Erfahrungen aus den Bereichen Geschlechtergerechtigkeit, Migration, Politik, Bildung und Soziales ein und entwickeln damit die Arbeit von mifem weiter.

MK
Dr. Melehat KutunVorsitzende Politikwissenschaftlerin und Sozialwissenschaftlerin; sie arbeitet zu den Themen Autoritarismus, Neoliberalismus, Politisierung der Rechten, Zwangsmigration, Exil, Geschlechterverhältnisse und Frauenforschung.
EK
Eda KaraStellvertretende Vorsitzende Mitarbeiterin einer NGO und Projektverantwortliche; sie ist in einer zivilgesellschaftlichen Organisation tätig, die in den Bereichen politische Bildung, Demokratie und gesellschaftliche Teilhabe arbeitet, und ist an der Koordination und Durchführung von Projekten beteiligt.
EV
Emine Vural Geschäftsführerin einer Bildungseinrichtung; sie ist als Geschäftsführerin einer gemeinnützigen Organisation tätig, die in den Bereichen Migration, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe arbeitet.
AT
Aylin Türer Doktorandin im Bereich Politikwissenschaft; sie arbeitet zu den Themen Migration, Care-Arbeit, soziale Reproduktion, Gewerkschaften und Geschlechterverhältnisse.
ŞE
Şengül Eser Mitarbeiterin einer öffentlichen Institution; mit ihrer langjährigen Erfahrung im öffentlichen Dienst ist sie weiterhin in sozialen und gesellschaftlichen Bereichen tätig.
AB
Anelia BruneProjektassistenz Sozialarbeitsstudentin; unterstützt die Arbeit von mifem als Projektassistentin und ist insbesondere in den Bereichen gesellschaftliche Teilhabe, Chancengleichheit und Stärkung migrantischer Frauen tätig.
Satzung

Unsere Satzung zum Nachlesen

Die vollständige Satzung des Vereins in der beim Finanzamt eingereichten Fassung.

Satzung herunterladen (PDF)